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Bergtour
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Zinalrothorn Überschreitung
03. September 2005 bis 05. September 2005

Kartenempfehlungen:

  • Bundesamt für Landestopograhie; Evolène; Blatt 1327; Maßstab 1:25000
  • Bundesamt für Landestopograhie; Randa; Blatt 1328; Maßstab 1:25000
  • Bundesamt für Landestopograhie; Zermatt; Blatt 1348; Maßstab 1:25000

Zusatzinformationen:

Tourenverlauf als KML-Datei für Google Earth

Tourenbericht:

03. September 2005:

Blick ins Val d'Anniviers

Aufstieg: ca. 1250m
Besondere Schwierigkeiten: Keine.

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Da ich beruflich viel in Basel weile bietet sich in diesem Sommer eine Tour in die Westalpen an. Hennes, ein Arbeitskollege, bringt viel Bergerfahrung mit und kennt die Westalpen gut. Das Zinalrothorn soll es werden. Gletscher, Klettern bis zum Schwierigkeitsgrat III, Abseilen, von allem was dabei. "Mein erster Viertausender", denke ich, und "Klettern bis III wird schon gehen". So starten wir am 3. September in Müllheim (Baden) morgens um halb sieben, um mit Bahn und Bus nach Zinal (ca. 1650 m) zu fahren. Irgendwann zwischen zwölf und eins steigen wir dort aus dem Bus, stärken uns noch kurz auf einer Restaurant-Terrasse und wandern los Richtung Mountethütte (Cab. du Grand Mountet, 2886 m).
So zwischen vier und fünf kommen wir an der Mountethütte an. Der Ausblick auf Zinalrothorn, Obergabelhorn und Dent Blanche imponieren mir Westalpen-Neuling. Die Hütte ist nicht so richtig gemütlich. Gesprächspartner finden wir dort auch keine, fast alle reden französisch. Wir gehen recht früh ins Bett, um am nächsten Morgen fit zu sein.

04. September 2005:

Hennes und ich auf dem Zinalrothorn

Aufstieg: ca. 1400m
Abstieg: ca. 1100m
Besondere Schwierigkeiten: Zinalrothorn Nordgrat ZS bzw. III+ (Stellen), sonst leichter; Abseilpiste Richtung Rothornhütte

Gipfelbesteigungen:

Nachdem am Abend vorher noch Wolken aufgezogen sind, ist der frühe Morgenhimmel kristallklar. Abertausende Sterne funkeln morgens um halb fünf im sonst dunklen Nachthimmel, als wir starten. Erst nach einer Stunde Gehen, so etwa am Anfang des Mountetgletschers auf 3200 m fängt die Sonne langsam an aufzugehen. Sie taucht die Berge in ein wunderschönes Morgenrot und nach und nach wird eine Berspitze nach der anderen beleuchtet.
Wir gehen angeseilt den Mountetgletscher auf der orographisch linken Seite hoch, queren bei etwa 3700 m auf den Schneegrat, der später in einen Felsgrat mündet. Etwa beim Punkt 4017 m "L'Epaule" machen wir eine kurze Frühstückspause. Der interessante Teil des Felsgrates mit Gendarm, Sphinx und Rasoir liegt noch vor uns.
Nachdem der Gendarm überwunden ist, baut sich die Sphinx vor uns auf. Wir gehen oben über die Sphinx drüber mit einer ersten Kletter- und Abseilübung, obwohl andere den Weg unten außen herum wählen. Damit es nicht langweilig wird, schließt sich das Rasoir ("Rasiermesser") an, das seinem Namen alle Ehre macht. Man hangelt sich an einem scharfen Felsgrat entlang und hat unglaublich viel "Luft unter dem Hintern". Psychologisch ist das Rasoir wohl der anstrengste Teil der Tour...
Nach dem rasiermesserscharfen Grat gilt es noch eine verschneite und dadurch recht glatte Wand zu überwinden. Dass mir die von Hennes gelegten Klemmkeile beim Sichern reihenweise entgegenkommen, fördert nicht unbedingt das Vertrauen in die Sicherung. Obwohl mir ein wenig mulmig zumute ist, arbeite ich mich auch diese Wand hinauf und nun sind es nur noch wenige leichte Schritte auf dem ausgesetzten Grat zu meinem ersten Viertausender, dem Zinalrothorn mit 4221 m. Über mehrere Abseilstellen geht es recht zügig vom Gipfel hinab, über Fels und Eis steigt man weiter ab zur Rothornhütte (3198 m), die wir nach insgesamt 12 Stunden erreichen. Auf der Rothornhütte wird fast ausschließlich deutsch gesprochen, was uns wissen lässt, dass wir die Sprachgrenze zwischen französisch- und deutschsprachigem Wallis überwunden haben.

05. September 2005:

Matterhorn von Zermatt

Abstieg: ca. 1600m
Besondere Schwierigkeiten: Keine.

Gipfelbesteigungen:

  • Keine

Am nächsten Tag war ursprünglich noch das Obergabelhorn geplant. Da aber wohl schon mehrere Bergsteiger vom Nordostgrat in die Nordwand "hineingefallen" sind, haben wir von dieser Tour abgesehen. Für die Wellenkuppe konnte ich mich nach dem Rothorn nicht mehr motivieren, so dass wir über Trift nach Zermatt absteigen und mit dem Zug zurück nach Basel fahren.
 
 
 
 
 

Hennes vor Obergabelhorn
Hennes vor Obergabelhorn

Dent Blache in der Morgenröte
Dent Blache in der Morgenröte

Obergabelhorn im Morgenlicht
Obergabelhorn im Morgenlicht

Blick zurück auf den Firngrat
Blick zurück auf den Firngrat

Nordgrat zum Zinalrothorn (ZS, III+)
Nordgrat zum Zinalrothorn (ZS, III+)

Die Sphinx
Die Sphinx